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Montag, 31. August 2009

» Vue en blog. August|09

Weiter geht's mit ...

August 2009:
1.| Home For The Holidays (USA — 1995 | Regie: Jodie Foster)
Fosters zweite Regiearbeit ist wie bspw. schon Pieces Of April (siehe VEB-Eintrag zuvor) ein Film
über ein Thanksgiving-Familientreffen, währenddessen sich auf etwas reifere aber nicht minder
charmant-bittersüße Art klare & versteckte Zuneigungen, Feindschaften sowie Skurrilitäten der
Beteiligten offenbaren. (Sehr) gutes & toll harmonierendes Ensemble!
| Get Carter (USA — 2000 | Regie: Stephen T. Kay)
Ich 'versuche', Remakes nicht pauschal zu verdammen. Der Versuch, sie als eigenständige Filme
zu sehen bzw. zu beurteilen fällt natürlich umso schwerer, je mehr man das Original schätzt.
Dilemma — selbiges tue ich im vorliegenden Fall SEHR. Die Schwerpunkte, die hier gesetzt werden
haben nur noch "storygerüsttechnisch" etwas mit der Vorlage zu tun und ohne jeglichen
Vergleich bleibt ein leidlich bemüht wirkender Actionstreifen; mehr nicht. Schlussendlich dann
also doch mein Fazit: Caine is Carter.
2.| Elephant (USA — 2003 | Regie: Gus Van Sant)
"Teil 2" von Van Sants "Todestrilogie" [Spoiler!]. Eine neutrale/nüchterne Haltung bei emotional
bzw. generell komplexen Taten wie einem Schulmassaker an den Tag zu legen, mag ein Ansatz sein
damit umzugehen. Wenn ein Film dies tut, um damit zum einen den Zuschauer letztlich kalt zu
lassen und zum anderen die (für alle Nicht-Zyniker inhärente) Frage nach dem Warum ganz
bewusst nicht resp. als "offensichtlich nicht klärbar" zu beantworten (gleichzeitig aber nicht
mehr als Platitüden anbringt, um doch ein paar Ansätze zu liefern), dann ist mir das einfach
etwas zu wenig. Der das Ganze inspirierende Kurzfilm gleichen Namens ist da in jedem Fall
konsequent(er). "Dennoch" würde ich diesen Elefanten (auch dank Optik & Erzählperspektive[n])
empfehlen. Bestenfalls lässt er kontrovers diskutieren.
| The Kingdom (D·USA — 2007 | Regie: Peter Berg)
Die politische Großwetterlage, die als Hintergrund dieses von 'Lions For Lambs'-Drehbuchautor
Carnahan geskripteten Films dient, wird stylish in & mit den Eröffnungstiteln abgefrühstückt.
Danach gibt's "CSI: Riad" auf FBI-Niveau mit grundsätzlich wenigen Überraschungen in Sachen
'West meets Middle-East', aber einigen wirklich imposanten & gelungenen Actionsequenzen!
| Det Sjunde Inseglet (S — 1957 | Regie: Ingmar Bergman)
Entkräftet & ausgezerrt finden sich Kreuzritter Antonius Block (Max von Sydow) und sein
einfacher Gefolgsmann bei ihrer Rückkehr aus dem Gelobten Land am Strand ihrer Heimat wieder,
nur um vom leibhaftigen Tod (Bengt Ekerot) empfangen zu werden — die Pest hat das Land fest im
Griff. Eine Partie Schach verschafft Block Zeit und dem regungslos seinen immer gleichen Dienst
verrichtenden Sensenmann Kurzweil — es kann ohnehin nicht sein schwarzer König sein, der fällt.
Den Edelmann bzw. eine Gruppe von fahrenden Gauklern auf ihrem Weg begleitend beschreibt der
Film einen an Symbolik reichen Querschnitt von Menschen in Zeiten apokalyptischer Verzweiflung.
Gott (wie auch Satan) ist nicht gegenwärtig, nur der Tod ist es und gibt sogar den Beichtvater.
Bergman mag Atheist sein, aber er ist kein Zyniker — es ist bei Weitem nicht alles hoffnungslos in
diesem wirklich beeindruckenden, mittelalterlich-zeitlosen Werk ...
3.| Le Locataire (F — 1976 | Regie: Roman Polański)
Der Mieter goes loco. Ob es an dem Verlust von Privatssphäre, der Ausgrenzung, seinem
unscheinbaren & nach außen schwächlich wirkenden Charakter oder schlicht dem Haus, seinen
Bewohnern bzw. der Wohnung selbst liegt ... Trelkovsky (Polański) verfällt dem Wahnsinn. Und
die Art & Weise wie man dies als Zuschauer erlebt, trieb mir Gänsehautschauer über den Rücken
wie ich sie in vergleichbarer Weise bisher nur bei Don't Look Now erlebt habe. Langsam stetig
diffus subtil fies (große) Klasse.
7.| The Great Dictator (USA — 1940 | Regie: Charles Chaplin)
Man muss mit sich wiederholenden "Spiegel TV"- oder Guido-Knopp-Dokus zum Thema NS-Zeit nicht
mal übersättigt sein, um die Bedeutung dieses Films zu begreifen. Mit der universellen Kraft und
Macht des Humors wird ein System samt seines Führers & dessen Schergen demaskiert. 1940 ...!
Da ich selten eine informativere Rezension als diese gelesen habe, verweise ich für lesenswertes
Mehrwissen darauf; auch SPON hat filmisch Weiterführendes im Angebot. Ich biete noch
SprachKotCode und Klartext: Charles Chaplin als der "Große Diktator" und als ... er selbst. (Ganz)
"Großes Kino".
8.| Abwärts (D — 1984 | Regie: Carl Schenkel)
Schauspieler/Charaktere wie (dezent hintergründige) Story überzeugen eigentlich — es ist schon
ziemlich stickig in diesem Aufzug(sschacht). Lediglich der '80er-Jahre-Muff scheint selbst dort
leider unübertünchbar. Solide gut.
9.| Efter Brylluppet (DK·S — 2006 | Regie: Susanne Bier)
Keine Ahnung, ob das dänische Filmhochschulsystem einfach nur verdammt gut oder ob es Zufall
ist, dass unser kleines, nördliches Nachbarland derart feine Regisseure & Drehbuchautoren
hervorbringt/-gebracht hat — vielleicht liegt's aber auch an Dogma 95, das dem Ganzen
ursprünglich die (Ausdrucks-)Form verliehen hat ...? Ich bin kein Fachmann, weiß allerdings,
dass sich bspw. auch Nach der Hochzeit (der deutsche Titel des Films) in mehrfacher Hinsicht
mehr als nur wohltuend abhebt von gewohnten Hollywooddramen. Absolut großartig geschrieben,
fotografiert & gespielt. Mittendrin statt nur dabei.
| Wilbur Wants To Kill Himself (DK·F·GB·S — 2002 | Regie: Lone Scherfig)
Drehbuch-Däne Anders Thomas Jensen, die Zweite. Vielschichtig-bittersüßer Film mit britischem
Humor über den Tod, das Leben & die Liebe — so kompliziert und doch so einfach. "Meet a man
dying to live."
[Nicht nur Mads Mikkelsen als Arzt Horst (einmal mehr)] Klasse ...
11.| Mifunes Sidste Sang (DK·S — 1999 | Regie: Søren Kragh-Jacobsen)
[Jensen, die Dritte.] Der dritte Dogma-Film ... die Art wie hier das Sich-Zusammenfinden von vier
Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen, Persönlichkeiten und Schicksalen in der
dänischen Einöde geschildert wird, berührt spontan und mit natürlich-unverstelltem Blick. Und
wirkt so schön einzig. Spitze.
13.| Limelight (USA — 1952 | Regie: Charles Chaplin)
Chaplins letzter in den USA produzierter Film. Die Weltpremiere in London nutzt J. Edgar Hoover,
um die Rückkehr Chaplins in die Staaten zu verhindern. Nur noch ein Mal kommt dieser zurück:
1972 zur Verleihung des Ehren-Oscars. Ab 1952 lässt sich der gebürtige Brite in der Schweiz
nieder.
In Rampenlicht schwingt viel Persönliches und Wehmut mit. Ein ernster Film über die letzten Tage
eines großen, alternden Künstlers, der mit seiner Weisheit & Würde einer jungen Ballerina Kraft
und Lebensmut gibt. Aber kein Chaplin ohne Komik — u.a. die Szenen mit Buster Keaton sind
wunderbar. Wie der gesamte Film ...
14.| Absence Of Malice* (USA — 1981 | Regie: Sydney Pollack)
Die Vierte Gewalt auf der Anklagebank. Engagierter, aber auf mich dann irgendwie zu seicht
wirkender Streifen über die Macht der Presse bzw. Paul Newman, der sich dagegen zur Wehr
setzt.
19.| The Gold Rush (USA — 1925 | Regie: Charles Chaplin)
Der kleine Vagabund mit der großen Hose und dem großen Herzen auf Goldsuche am Klondike.
Mehr als nur beachtlich, wie facettenreich Chaplin das Medium Film zu dieser Zeit zu nutzen
versteht. Traum & Wirklichkeit, Poesie & [SFX-]Action — nach eigener Aussage sein bester Film
ohne Worte. Unter (vielem) anderem unvergesslich: Der Brötchentanz. Allzeitklassiker!

Chaplin (TGR - 1925)

20.| Lilja 4-Ever (DK·S — 2002 | Regie: Lukas Moodysson)
Dieser in tagtäglicher Realität fußende Film über den unmenschlichen Leidensweg einer jungen
Frau ist in seiner überwiegend trostlos dokumentarischen Art ein betroffen und nachdenklich
machender Schlag in die Magengrube. Schwer(wiegend)e Kost, die für meine Begriffe auch durch
die richtige Balance zwischen Wertfreiheit und Beschreibung der Gefühlswelt der Protagonistin
mit filmischen Mitteln wirkt. Tief-/-Traurig beeindruckend. Und nichts für zwischendurch oder
nebenbei.
25.| The Phantom Of The Opera (USA — 1925 | Regie: Rupert Julian et al.)
Bisher hatte ich diesen Stoff immer mit dem Namen Andrew Lloyd Webber verbunden, wobei
Musicals überhaupt nicht meine Sache sind ... es wurde also höchste Zeit, sich diese erste
(zumindest erhaltene bzw. stummfilmische) Adaption des Gaston-Leroux-Romans von 1910
anzugucken. Nicht zuletzt durch die effektvolle Leistung von Lon "The Man of a Thousand Faces"
Chaney gilt dieser opulente, von Carl Laemmles Universal Studios produzierte Film als Maßstab für
viele weitere Phantom-Versionen & Meilenstein des Horrorgenres — sehenswert!
26.| Rosemary's Baby (USA — 1968 | Regie: Roman Polański)
Gekonnt spielt Polański nicht nur mit den offenen & versteckten Ängsten einer Erstgebärenden,
sondern auch dem offenen & okkulten Horror des "Normalen". Dies ist der zweite Beitrag seiner
losen Trilogie über die Surrealitäten von Mietshäusern & ihren Bewohnern, in der Le Locataire
bisher definitiv mein Highlight ist (siehe oben) — ich bin noch gespannt auf Repulsion von 1965.
27.| Blinkende Lygter (DK·S — 2000 | Regie: Anders Thomas Jensen)
Jensen diesmal als Drehbuchautor-Regisseur. Gediegen-flotter Genremix über einen dänischen
Kleinganoven in der Midlife-Crisis und seine Crew. Skurril, launig und mit dem Herzen auf dem
richtigen Fleck. Schön.
29.| Planet Terror (USA — 2007 | Regie: Robert Rodriguez)
Part 1 der Rodriguez-/Tarantino-Verbeugung vor den Grindhouses des US-Kinos der 60er/70er
Jahre. In feinster B-Movie-Manier spritzt & splattert es unernst und unterhaltsam vor sich hin.
Übrig blieben bei mir einige Lacher und die Tatsache, den Film gesehen zu haben. So richtig viel
scheine ich dem Texaner nicht abgewinnen zu können. From Dusk Till Dawn (mit einem Drehbuch
von Tarantino) bleibt für mich Rodriguez' bester. Der Vollständigkeit halber bei Gelegenheit mal
den anderen Teil des Double Features sichten.
30.| There Will Be Blood* (USA — 2007 | Regie: Paul Thomas Anderson)
"There Will Be Greed. There Will Be Vengeance." [Immer noch] Wuchtig-genial!
| 1408 (USA — 2007 | Regie: Mikael Håfström)
Psychisch-angeschlagener-Mann-im-Hotelzimmer-Horror, der mir letztlich zu glatt geraten ist,
aber durchaus seine schaurigen Momente hat. Eigentlich immer wieder gerne gesehen: John
Cusack.

Done.

Freitag, 31. Juli 2009

» Vue en blog. Juni-Juli|09

Es folgt die Abrechnung der beiden Monate:

Juni 2009:
1./2.| CSI: Crime Scene Investigation Staffel 1 — Folgen 5-12 (CDN·USA — 2000[/2001] | Regie: divers)
4./5.| CSI: Crime Scene Investigation Staffel 2 — Folgen 13-20 (CDN·USA — 2000[/2002] | Regie: divers)
6.| Capote (CDN·USA — 2005 | Regie: Bennett Miller)
Nach der Lesung des genrebildenden Tatsachenromans dieses "Making-of" dazu gesehen. Philip
Seymour Hoffman brilliert (einmal mehr) in einem ruhigen, aber fesselnden Film, der nuanciert die
Person Truman Capote und die Entstehung des Buches beleuchtet. Hochinteressant ...
| In Cold Blood (USA — 1967 | Regie: Richard Brooks)
... und gleich noch die "Tatsachenverfilmung" an sich hinterher. Die hohe IMDb-Wertung kann ich
nicht ganz nachvollziehen — die Essenz des Buches, der unverstellte und dokumentarische Blick
hinter die Kulissen eines (wahren) Verbrechens wird von einem auf Standardthriller gebürsteten
Film verdeckt. Als Ergänzung zu Capote sicher interessant, aber mit Ausnahme des Schauspiels
Robert Blakes und wenigen Rückblenden seines Charakters gibt es für meine Begriffe
kaum einen lohnenden Mehrwert.
| Go (USA — 1999 | Regie: Doug Liman)
Dass es einem als Außenstehender tierischen Spaß machen kann, dem sich entfaltenden Chaos
eines in die Buchse gegangenen Drogendeals zuzusehen, beweist dieser Film. Kurzweil aus
mehreren Perspektiven garantiert plus dem passend-schnieken Soundtrack — don't do drugs.
7.| The Remains Of The Day (GB·USA — 1993 | Regie: James Ivory)
Vor zeitgeschichtlich-spannendem Hintergrund gibt Hopkins stilvoll & rührend bis zuletzt einen
pflichtbewussten Butler, dem bewusst wird, dass die Pflicht ihn seines Lebens beraubt hat.
Makellose und bemerkenswerte Einblicke gewährende Verfilmung eines Romans von Kazuo
Ishiguro. Großes Kino.
| Red Dragon (D·USA — 2002 | Regie: Brett Ratner)
Prison Break mal ausgenommen, hätte ich das Miami-Boy Rattner gar nicht zugetraut: Dieses
Manhunter-Remake hat mich mehr oder minder komplett überzeugt. Packender Thriller (mit
exquisiter Schauspielerriege) im Dunstkreis des Charakters Dr. Hannibal Lecter.
10.| CSI: Crime Scene Investigation Staffel 2 — Folgen 21-23 (komplett) [CDN·USA — 2000[/2002] |
Regie: divers]
13.| Lost Highway (F·USA — 1997 | Regie: David Lynch)
Mich fasziniert das Lynch'sche Kopfkino jedes Mal. Wer ist wer & was ist was ... Auch hier
beeindruckt Robert Blake als der Mystery Man. Grandios-merkwürdig-düster. Happy discussing.
14.| Italiensk For Begyndere (DK·S — 2000 | Regie: Lone Scherfig)
Mein erster, bewusster Dogma-Film. Verlust & Sehnsucht, Tod & Liebe in einer anonymen
Kleinstadt. Die Skandinavier sind mir sympathisch (siehe auch weiter unten ...). Film so
unmittelbar hautnah, dass man beim Zuschauen ein Teil davon wird. Davon bitte mehr!
16./18./19.| CSI: Crime Scene Investigation Staffel 3 — Folgen 13-20 (CDN·USA — 2000[/2003] | Regie:
divers)
Die Serie ist dafür zwar u.a. auch bekannt, aber mir ist hier irgendwie zum ersten Mal bzw. ganz
bewusst der inszenatorische Einsatz der Musik aufgefallen — Details dazu finden sich bspw. hier.
20.| Kolja (CZ — 1996 | Regie: Jan Sverák)
Überzeugter Junggeselle trifft aufgrund widriger Umstände auf hilfebedürftigen 5-Jährigen. Ein
sehr charmanter und berührender Film, der das ungleiche Paar und ganz beiläufig mit gutem
Auge auch die alltäglichen sowie politischen Befindlichkeiten in der Tschechoslowakei Ende 1989
beobachtet. Sehenswert!
| The Poseidon Adventure (USA — 1972 | Regie: Ronald Neame)
Wenn schon Katastrophe, dann wenigstens eine Verfilmung aus den '70ern. Aber ohne Gene
Hackman als zupackender Priester wäre die Poseidon bei mir endgültig abgesoffen.
21.| My Cousin Vinny (USA — 1992 | Regie: Jonathan Lynn)
Joe Pesci läuft als ahnungsloser Anwalt aus der Großstadt bei der Verteidigung seines Cousins in
der Provinz langsam aber sicher zu Hochform auf. SEHR amüsante & eigenwillige Justizkomödie
mit Hindernissen und einer genialen Marisa Tomei.
22.| Before Sunrise (A·CH·USA — 1995 | Regie: Richard Linklater)
Zufällige Zugbekanntschaft zwischen zwei verwandten Seelen führt zu einem Tag & einer Nacht
in Wien bzw. einer bittersüßen Romanze voller poetischer & profaner Gespräche. Irgendwie
einzigartig magisch.
| Dog Day Afternoon (USA — 1975 | Regie: Sidney Lumet)
Ein wie ein Tier spielender Al Pacino hat einen wahrhaftig hundsmäßigen Tag ... Mit einem Blick
hinter die Schlagzeile bzw. für den Täter als Opfer wird hier auch kritisch mit dem System und
den Medien abgerechnet. Dramatischer Abriss eines wahren Ereignisses in New York anno 1972.
23.| The Bucket List (USA — 2007 | Regie: Rob Reiner)
Nicholson, Freeman und Voice-over von letzterem ... kann das grundsätzlich schief gehen?
Sicherlich kein bahnbrechender, aber einfach stimmiger Film über zwei sterbende Männer und
ihren letzten Weg — diverse Lacher inklusive.
24.| Lions For Lambs (USA — 2007 | Regie: Robert Redford)
Redfords(/Drehbuchautor Carnahans) Sicht der Dinge auf den "War on Terrorism" ist dialogge-
triebenes und über weite Strecken schnörkelloses Kino, das zum Mitdenken anregt und mit
überzeugenden Darstellern glänzt. Der obligate Patriotismusschmalz gehört zum Konzept bzw.
ist vertretbar. Freue mich auf eine Zweitsichtung.
Juli 2009:
5.| Ghost World (D·GB·USA — 2001 | Regie: Terry Zwigoff)
Enid (Thora Birch) und wie sie die (Erwachsenen-)Welt sieht. Man hat's nicht leicht während der
Adoleszenz — erst recht nicht, wenn einem das alles ziemlich merkwürdig vorkommt.
Schräg-feiner Film!
8.| The Life Of David Gale (D·USA — 2003 | Regie: Alan Parker)
Ein in bzw. rund um das Thema Todesstrafe eingebetteter Thriller, der bis zum Ende überrascht.
"The crime is clear. The truth is not."
10.| The Interpreter (F·GB·USA — 2005 | Regie: Sydney Pollack)
Alles in allem auf mich letztlich blass wirkender Streifen vom selben Drehbuchautor wie der Film
zuvor. So kann's gehen. Oder lag's hier (auch) an den beiden Hauptdarstellern ...?
12.| The Karate Kid (USA — 1984 | Regie: John G. Avildsen)
John G. Avildsen und sein Rocky für Teenager. Kultig, weckt Erinnerungen ... die Achtziger ...
*tihi*
16.| Evil Angels (AUS·USA — 1988 | Regie: Fred Schepisi)
Die Verfilmung dieses wahren Falles von 1980 macht den medialen Einfluss auf (öffentliche)
Meinung und die Folgen für die Betroffenen deutlich. Und traurig.
17.| The Day Today (GB — 1994 | Regie: Andrew Gillman)
Hier kriegt die mediale Nachrichtenverwurstungsmaschinerie ihr Fett weg. Herrlich schräge &
vielseitige Comedy von der Insel aus (u.a.) der Feder von Steve Coogan & Patrick Marber. Daher
stammen also viele Ideen für "RTL Samstag Nacht" ...
18.| One True Thing (USA — 1998 | Regie: Carl Franklin)
(Sehr) ernstes, gut beobachtetes & beobachtendes Familiendrama, das auch dank glaubwürdiger
Darsteller unter die Haut geht. Empfehlenswert.
19.| Changing Lanes (USA — 2002 | Regie: Roger Michell)
Ich habe leider ein Problem mit dem bei mir selten ankommenden Ben Affleck. Das mag hier sogar
noch gegangen sein, aber das Ganze bleibt m.M.n. trotzdem bestenfalls Durchschnittskost.
Natürlich mit obligatorischem Happy End. *börps*
| Alpha Dog (USA — 2006 | Regie: Nick Cassavetes)
In vielen Belangen ziemlich ansprechende & überzeugende Darstellung der Ereignisse, die zu
einer bitteren, weil unnötigen Tat führ(t)en. Teils erstaunlich, in jedem Fall (richtig) interessant.
Tagline: "Inspired by true events."
| The 4th Floor (USA — 1999 | Regie: Josh Klausner)
Das Grauen in diesem kleinen, dreckigen & unscheinbaren Mietshausthriller kommt langsam, aber
es kommt. Hat mir ganz einfach gut gefallen.
| Tango & Cash (USA — 1989 | Regie: Andrei Konchalovsky et al.)
Simpler Spaß im (typisch gegensätzlichen) Doppelpack. Sly als aalglatter Vorschriftscop im feinen
Zwirn ist die Sichtung schon wert.
20.| The Devil Wears Prada (USA — 2006 | Regie: David Frankel)
Anna Wintour bzw. die Vogue'sche Modewelt wird hier teils bissig und unterhaltsam karikiert.
Ein-Frau-Show der unglaublichen Meryl Streep.
21.| Land Of Plenty (D·USA — 2004 | Regie: Wim Wenders)
Deutsches Kino muss nicht ausschließlich verkopft & schnarchig daherkommen. Aber es kann.
Amerikaner zu sein hat den Vorteil, dass man sich u.U. wenigstens über diesen Film echauffieren
kann. Nichts Weltbewegendes (mehr).
| Glengarry Glen Ross (USA — 1992 | Regie: James Foley)
Da ich mit dieser Rezension mehr oder weniger komplett konform gehe, schreibe ich nur noch:
Absolut brillant!
22.| Rebel Without A Cause (USA — 1955 | Regie: Nicholas Ray)
Dean in seiner zweiten (& vorletzten Kino-)Rolle (überhaupt) als identitätssuchender
Heranwachsender. Die Hollywoodpatina empfinde ich oft als Fluch & Segen zugleich: Es wirkt
vieles etwas hölzern-angestaubt, aber auch unverwechselbar satt theatralisch-dramatisch.
23.| Herr Lehmann (D — 2003 | Regie: Leander Haußmann)
Gediegen lässiger Blick auf deutsche [Lebens-]Kultur in Berlin-Kreuzberg kurz vor der Wende —
ein nostalgisches Zeitdokument nach dem Roman/Drehbuch von Sven Regener.
Und nicht vergessen: Denkt an die Elektrolyte!
25.| The Wrong Man (USA — 1956 | Regie: Alfred Hitchcock)
Beliebtes Hitchcock-Thema? Unverschuldet in missliche Lage gebrachter Mensch versucht, sich
aus selbiger zu lavieren. Gutes, auf Tatsachen basierendes aber/und für meine Begriffe einen
Tick zu lang geratenes Drama mit einem ohnmächtigen Henry Fonda. Der Regiemeister selbst
diesmal ohne Cameo, dafür mit einleitendem Voice-over.
| Låt Den Rätte Komma In (S — 2008 | Regie: Tomas Alfredson)
So finster die Nacht (der deutsche Titel), so besonders ist dieser Film. (Äußerst) stilvoll-skandina-
visch-unterkühlt und kontrastiert mit effektvollen Schockmomenten wird die Geschichte der
Annäherung zwischen zwei heranwachsenden und auf ihre Art ungewöhnlichen Außenseitern
erzählt. Atmosphärisch & künstlerisch beeindruckendes Kino abseits eingefahrener
Sehgewohnheiten — toll.
26.| Eden Lake (GB — 2008 | Regie: James Watkins)
Britischer "Backwood-Horror", der reifer als viele seiner Genrevorgänger und ohne übertriebene
Effekthascherei daherkommt — das schließt das mehr oder weniger offene Ende mit ein. Supi.
| Pieces Of April (USA — 2003 | Regie: Peter Hedges)
Interesse an einem familiären Roadmovie und den Tücken bei der Zubereitung eines Thanksgiving-
Truthahnes? Das ist einer dieser kleinen, intimen "Menschenfilme", die mit ihrem Drehbuch und
den Darstellern lustig-bedrückend zu Herzen gehen. Einfach schön. Und ebenso fotografiert.
27.| Dial M For Murder (USA — 1954 | Regie: Alfred Hitchcock)
Die Adaption des gleichnamigen Bühnenstückes ist mehr oder weniger ein 1-Zimmer-Thriller. Gut
gespielt und so raffiniert perfide, dass es unterhaltsam ist.
| Strangers On A Train (USA — 1951 | Regie: Alfred Hitchcock)
Basierend auf einem Patricia-Highsmith-Roman zieht Hitchcock in diesem Thriller einige
innovativ-wirkungsvolle Register. Und Robert Walker zieht einen auch als Zuschauer in seinen
psychotischen Bann.
28.| I Confess (USA — 1953 | Regie: Alfred Hitchcock)
Montgomery Clift als Priester mit Gewissen & Vergangenheit gerät aufgrund dessen in arge
Bedrängnis. Spannendes Drama mit spannenden Charakteren.
| To Kill A Mockingbird (USA — 1962 | Regie: Robert Mulligan)
Um den Film zu kategorisieren reicht mir ein Wort: Meisterwerk. Auf wunderbare Weise wird hier
eine (ge-)wichtige Geschichte über Vorurteile im weitesten und (ganz nebenbei) Erziehung im
engeren Sinne mit den Erinnerungen an verflossene, unbeschwerte Zeiten als Kind verknüpft. Ich
sollte wohl mal Nelle Harper Lees Roman lesen. Auch Robert Duvall in seiner ersten (kurzen) Rolle
war große Klasse. Was das alles darüber hinaus noch so besonders macht, ist die Musik von Elmer
Bernstein. Eine derartige Filmmusik ist für mich (speziell auch im Vergleich zu bspw. den
vorangegangenen Hitchcocks [auch wenn ich Golden-Age-Komponist Dimitri Tiomkin nicht zu
nahe treten möchte]) ein ganz entscheidender Faktor dafür, ob ein Film eben mehr wird & sein
kann als bewegte Bilder ... genug der Worte — das Hauptthema von Wer die Nachtigall stört zum
Anhören:







© 1997 Masters Film Music

29.| Gerry (USA — 2002 | Regie: Gus Van Sant)
Dieses Experiment ist mit seinen schnittlos "bewegten Standbildern" ein hypnotischer Antifilm.
Gemeinsam einsam, existenziell-natürlich zurückgeworfen auf sich selbst, das Ende verstört.
Experiment [bei mir] gelungen — keinen "Gerry gemacht".
| The Towering Inferno (USA — 1974 | Regie: John Guillermin & Irwin Allen)
So hat ein Katastrophenfilm zu sein. Sentimentalitäten sind erst mal Nebensache, es geht um
Rettung(-saktionen). Dazu noch Paul Newman und Steve McQueen.
30.| The Grapes Of Wrath (USA — 1940 | Regie: John Ford)
Selbstverständlich ist diese Aussage (von mir) höchstgradig vermessen, aber sowohl Pulitzer- wie
Literaturnobelpreis sind für dieses Werk bzw. John Steinbeck wohl mehr als nur gerechtfertigt.
Wenn bereits der Film mit seiner Schlichtheit, aber umso stärkeren (sozialkritisch-menschlichen)
Aussagekraft so beeindruckt, wie soll dann erst der Roman sein? Ich müsste einfach viel mehr
lesen, verdammt. So bin ich zunächst mal John Ford bzw. Drehbuchautor Nunnally Johnson
dankbar.

Fine. Vorerst. :)