Sonntag, 13. April 2008

First Blood (DVD) | 30. März 2008

USA — 1982 | Regie: Ted Kotcheff (...)

First Blood Quad Poster (GB)










"We don't want guys like you in this town ... drifters."

John Rambo streift völlig ziel- und bindungslos durch die spätherbstlich-kalte Gegend, nachdem er erfahren hat, dass inzwischen auch der letzte Heimkehrer aus seiner ehemaligen Spezialeinheit gestorben ist. Im US-Provinznest Hope trifft er auf den dortigen Sheriff Teasle (Brian Dennehy), der ihm mit Sätzen wie dem obigen unmissverständlich zu verstehen gibt, dass er auf Vietnam-Veteranen nicht gut zu sprechen ist. Eine ziemlich persönliche Mischung aus Missgunst, mieser Behandlung & Traumata eskaliert und zwingt Rambo schließlich das zu tun, wozu er ausgebildet wurde: Überleben.

In town you're the law, out here it's me.

Survival ModeEin durchaus kritischer [und teilweise singender!] Stallone sagt im alles in allem durchschnittlichen, aber trotzdem kurzweiligen Audiokommentar der US-"Ultimate Edition"-DVD, dass First Blood sein bester Actionfilm ist — mit Recht.
Das Skript zirkulierte anscheinend mehrere Jahre herrenlos durch Hollywood, da sich niemand so richtig an die unterschwelligen Themenkomplexe rantraute: Wie geht ein Land mit seinen (Vietnam-)Veteranen um? Was macht eine militärische Ausbildung aus/mit einem Menschen? Und schließlich attackiert ein Amerikaner auf heimischem Boden seine Landsleute ... Sly selbst musste erst durch einen "lukrativen Deal" seitens des Produzenten Vajna überzeugt werden und wusste zu diesem Zeitpunkt wohl noch nicht, dass er nach Rocky Balboa (s)ein zweites Alter Ego erschaffen sollte. Der Name Rambo, der als Synonym für einen "brutalen Kraftprotz" sogar Einzug in den Duden gehalten hat, wird dabei leider viel zu häufig mit den First Blood folgenden 'no-brainern' assoziiert — das Burmesengeschnetzelte des vor Kurzem gelaufenen vierten Teils habe ich noch nicht gesehen; wie zu lesen ist, kommt Teil 5 als studioseitige Bedingung dafür, dass Stallone sein Herzensprojekt Poe finanziert bekommt ... Wie auch immer, die Verfilmung des David-Morrell-Romans (der insgesamt noch bitterer/konsequenter zu sein scheint) bietet neben erstklassiger, unaufgesetzt-natürlich wirkender Action wie angedeutet kein eindimensionales Bild seines/r Protagonisten. Rambo ist die Kampfmaschine, die das Militär aus ihm gemacht hat und auch wenn das sicherlich eine ziemlich verkürzte bzw. einseitige Sichtweise ist, zerbricht der Mensch John James Rambo u.a. genau daran. Stallone beschreibt ihn im AK als Frankenstein'sches Monster ("Rambostein"), ein Ausgestoßener der Gesellschaft, woran auch sein Ausbilder und (eher widerwilliger) Vaterersatz Colonel Trautman nichts wirklich ändern kann. Die ursprünglich von Kirk Douglas zu verkörpernde Figur Trautmans hat mit dem Schauspiel Richard Crennas und den stellenweise eingestreuten, markig-unterhaltsamen Einzeilern viel von einer (für meine Begriffe unterdurchschnittlichen) Karikatur, passt dann aber auch wieder irgendwie ins Bild eines Militärs, das wenig mit seinen Veteranen anzufangen weiß. Dafür sind Stallones und Brian Dennehys Leistungen eindeutig überdurchschnittlich!

Abschließend nur noch der Hinweis auf den Soundtrack der Filmkomponistenlegende Jerry Goldsmith — (wie der Film) mehr als eine Empfehlung!