Sonntag, 13. September 2009

Inglourious Basterds (Kino) | 21. August 2009

D·USA — 2009 | Regie: Quentin Tarantino (...)

Ursprünglich wollten wir in Moon, der im Rahmen des 'FFF' lief — die ausverkaufte Vorstellung brachte uns mangels zeitlicher Alternative in die deutsche Fassung von Tarantinos aktuellstem Streifen, an dessen Idee bzw. Drehbuch er schon einige Jahre werkelte.
Inglourious Gif (USA|D|F)















That's a bingo!

Die Aufteilung des Films in mit Überschriften versehene Kapitel, das Verwenden paralleler Handlungsstränge oder bspw. die mit verschiedenen Schriftarten aufgebauten Eröffnungstitel sind zwar bewusst eingesetzte Stilmittel und alles andere als regisseuruntypisch, waren hier aber auch einige der Punkte, die das Ganze für mich direkt nach der Sichtung zunächst leicht konstruiert-zusammengestückelt resp. weniger aus einem Guss wirken ließen als manch anderes QT-Werk. Vielleicht lag's an der knappen Zeit, die dem großen Popkulturcineasten für den Feinstschliff seiner gut zweieinhalbstündigen Schnittfassung zur Verfügung stand ...?
Wie dem auch sei, bereits im genialen ersten Abschnitt "Es war einmal im von Nazis besetzten Frankreich ..." wird klar wohin die Reise führt: Zu einer gewohnt gediegen-dialoglastigen, optisch gefälligen und von so kurzen wie heftigen Gewaltszenen durchstoßenen Hommage an packende Zweite-Weltkriegsfilme im Italowestern-Gewand [oder vice versa] à la Leone. Lediglich Termin- bzw. stärker noch Zeitgründe verhinderten, dass Ennio Morricone höchstselbst einen ersten eigenen Soundtrack zu einem Tarantino-Film beisteuerte. So bleibt es bei handverlesenen und nach der jeweiligen Inszenierung entsprechend ausgewählten Einzelstücken (vom Maestro et al.), die mich nach meinem unmittelbar ersten Eindruck in der Summe vergleichsweise weniger überzeugten. Ob's mit dem historischen Setting zusammenhing? Man wird sehen. Apropos 'überzeugen' — nicht nur im schon erwähnten Eröffnungskapitel tut dies vor allem einer: der Österreicher Christoph Waltz. Er (samt seiner Texte) schafft es auf überragende Weise seinen komplexen Charakter des SS-Schergen Hans Landa so genüsslich fies-sympathisch rüberkommen zu lassen, dass man sich über jede Minute mit ihm auf der Leinwand freut. Hier zeigen sich u.a. auch einmal mehr Tarantinos Fähigkeiten in Sachen Schauspielerführung — den Einsatz diverser deutscher Akteure (inkl. Til Schweiger) kann ich nur als gelungen bezeichnen!
Trotz meiner kritischen Anmerkungen freue ich mich tierisch auf ein Wiedersehen im O-Ton. Mein Fazit in der Nachwirkung: Ein (ganz) großer Spaß mit dem Prädikat "besonders wertvoll".

P.S.: Das oben mit durchlaufende und m.M.n. ausgezeichnete Filmplakat von Tyler Stout findet sich hier noch in etwas höherer Auflösung.