Sonntag, 3. März 2013

Prometheus (Kino|3D|OV) | 27. Oktober 2012

GB·US — 2012 | Regie: Ridley Scott (...)

Wenn ein Regisseur nach 30 Jahren in das Genre zurückkehrt, das er mit Alien und Blade Runner maßgeblich mitgeprägt hat, dann ist das für mich in diesem Fall unwiderstehlich. Ich kann es gleich vorwegnehmen: Ridley Scott hat geliefert. Auch wenn ich das Kino mit etwas zwiespältigen Gefühlen verlassen habe, so bin ich mit meiner Schwäche für (populär-)philosophische Science-Fiction doch voll auf meine Kosten gekommen. Der Film blieb mir nicht nur deswegen noch Tage im Gedächtnis und die Sichtung zu Hause hat meine Wertschätzung inzwischen merklich gesteigert. Die angesprochene Zwiespältigkeit schiebe ich dem ausführenden Produzenten & Drehbuch-Koautor Damon "Lost" Lindelof in die Schuhe: "(...) one of the things I love to do in my writing is not answer questions definitively. As frustrating as this is, I rely much more on the human imagination and your ability to theorize as to what you think may have happened. And although that might be frustrating it's what makes people talk about movies when they're over." Das Zitat stammt aus einem der beiden interessanten Audiokommentare des umfang- & informationsreichen Bonusmaterials der Blu-ray. Lindelof (und auch Joe Spaihts) ist kein Arthur C. Clarke, Stanisław Lem oder Philip K. Dick. Er hat deswegen aber auch keine Hemmungen: Prometheus Prometheus Poster (US) ist mutig genug, vielschichtige, fundamentale Fragen in einem spannenden, aktionsreichen Unterhaltungsfilm aufzuwerfen und ich fand das Ergebnis faszinierend. Das gilt auch für die Regie. Ridley Scott schafft meiner Meinung nach eine kongeniale Mischung aus seinen eingangs genannten Genreklassikern: Alien-DNS mit einem Schuss Blade Runner. Wie bei diesen beiden hat mich auch Prometheus in sein Universum gezogen; eine eindringliche Atmosphäre, die in Verbindung mit der Geschichte durch beeindruckende Sets und (teils) rätselhafte Charaktere geschaffen wird. Wiederguckwert: Hoch — ich freue mich drauf. Für mich und die, die den Film gesehen haben noch zwei Lektüre-Links: Prometheus "dekodiert" & Wiki-Themen.
Was ich von dem Vorhaben eines möglichen Sequels halte, weiß ich noch nicht genau. Aber so die Götter wollen ...

Montag, 11. Februar 2013

The Hobbit: An Unexpected Journey (Kino|3D|HFR|OV) | 18. Dezember 2012

NZ·US — 2012 | Regie: Peter Jackson (...)

Der Hobbit - Eine unerwartete Reise. Allerdings, kann man nur sagen, schaut man sich die ziemlich vertrackte Entwicklung dieses Projektes an. Ein Magengeschwürdurchbruch und zehn Vlogs später hat es der Herr der Mittelerdeverfilmungen wieder gewuppt. Aus der ursprünglich zweiteiligen Adaption ist eine Trilogie geworden und mit digitalem 3D in High Frame Rate (48 fps) bildet Peter Jackson [zusammen mit James Cameron und Avatar] wohl die Speerspitze des filmtechnischen Fortschritts. Vernünftigerweise hat sich im Vergleich zu The Lord Of The Rings am Team hinter den Kameras kaum etwas verändert — wieso auch. Mein Vertrauen und meine Vorfreude sind in jedem Fall nicht enttäuscht worden. Natürlich gibt es gegenüber dem Ursprungsmaterial mehr oder weniger stark Verändertes. Das liegt zum einen in der Natur des Mediums begründet, zum anderen ist es in meinen Augen völlig richtig, in Verbindung mit der bestehenden, herausragenden Ring-Trilogie ein kohärentes filmisches Tolkienversum beizubehalten. Über manche Motivation des Bilbo Baggins (1A: Martin Freeman) kann man unabhängig davon sicherlich diskutieren. Aber wie schon bei TLOTR hält sich das alles doch in überschaubaren Grenzen und wird sich wohl ins Gesamtbild mit den folgenden Filmen einfügen. Kurz & knapp: Nach geringer Eingewöhnungsphase hat mich 3D HFR durchaus überzeugt und auch nachdem jetzt bereits einige Zeit vergangen ist, erinnere ich mich sehr positiv an das Gesehene. So oder so, in diesem und im kommenden Jahr gibt's auch wieder kinobezogene Gründe, sich auf die Weihnachtszeit zu freuen. "Eskapismus" ftw — ein weiterer Trittstein ist gelegt.

Home is now behind you. The world is ahead.

The Hobbit: An Unexpected Journey Poster (US)

Sonntag, 10. Februar 2013

Skyfall (Kino|OV) | 6. November 2012

GB·US — 2012 | Regie: Sam Mendes (...)

Skyfall Quad Poster (GB)

Everybody needs a hobby ...
— So what's yours?
Resurrection.

Eigentlich könnte ich den Eintrag ziemlich kurz halten: Bei diesem 007-Film passte für mich alles. Skyfall hat mir nach Jahren wieder vor Augen geführt, dass Bond-Streifen doch noch sauviel Spaß machen können. Kurze Rückschau. Ich liebe (und vergöttere teilweise) die Verfilmungen bis +/- Mitte der siebziger Jahre. Dann gab's viel Durchschnittliches, teils Peinliches (für mich heute kaum noch Guckbares) und Franchise-erhaltend Anständiges. Das Ende der Brosnan-Ära musste für einen Neustart genutzt werden — ein Bond fürs nächste Jahrhundert. Mit Casino Royale & dem robusten Daniel Craig ging's zurück zum Stoff des ersten Ian-Fleming-Romans. In wohl bewusster Abgrenzung zum Vorangegangenen war das um Einiges härter, geerdeter, geradliniger und mit einem psychologisierenden Blick hinter die Risse bildende Fassade des Protagonisten. Das war gut, aber nach meinem "Bond-Feeling" nicht perfekt (der inhaltlich direkt anschließende Nachfolger war in fast jeder Hinsicht zum Vergessen). Die Mischung aus den genannten und angemessen zurückgefahrenen "Casino Royale"-Zutaten, aber vor allem einer feinen Doppeldosis britischen Humors und ebensolcher Eleganz sowie einem distinguiert durchgeknallten Bösewicht mit diabolischem Charme hat Skyfall für mich zu einem perfekten Bond werden lassen und mich an meine Lieblingsfilme der Reihe erinnert. In Verbindung mit einer überzeugenden Geschichte, die zu den Wurzeln des Hauptcharakters und elementarer Nebencharaktere führt, ist dieser Film für mich der eigentliche Neustart. Ein erfolgreicher noch dazu: Das Einspielergebnis ist absolut erwähnenswert. Genauso wie die hier vorhandene Talentdichte vor und vor allem hinter der Kamera. 50 Jahre James Bond, so kann's weitergehen — Drehbuchautor John Logan ist für Bond 24 in jedem Fall schon mal gesetzt. Bring it on!

Freitag, 18. Januar 2013

The Dark Knight Rises (Kino|OV) | 27. August 2012

GB·US — 2012 | Regie: Christopher Nolan (...)

The Dark Knight Rises IMAX Poster (US)Ein weiterer, verspäteter Beitrag. Und es folgen noch einige.
Das war's dann also. The Legend Ends ... Fledermann ward nicht mehr im Nolan-Universum (dafür fliegt bald der Mann aus Stahl). Der flapsige Einstieg zeigt schon, dass mich der letzte Teil dieser Batman-Trilogie jetzt nicht über Gebühr aus den Latschen gehauen hat. Einerseits kein Wunder nach dem für mich vor allem wegen des genialischen Antagonisten und dessen Verkörperung durch Heath Ledger starken Mittelstück The Dark Knight. Andererseits lassen mich die Hochglanzprodukte des "Blockbuster-Auteurs" aus London inzwischen doch eher kalt zurück. [Zwischenbemerkung: Sein Spielfimdebut Following immer noch nicht gesehen, sind aktuell Memento & vor allem The Prestige meine Lieblingsfilme von ihm.] So miesepeterig wie es klingt, ist es dann natürlich auch nicht, denn wenn man sich während der Filmlaufzeit gut bis sehr gut unterhalten fühlt, ist das ja was — herausragende Filme tun aber wohl mehr ...
Keine Ahnung ob's an der Kinotechnik vor Ort lag, aber ich hatte doch arge Probleme, den Ansagen des maskierten Bösewichts dieses Films zu folgen (bei den Trailern hatte ich keine Verständnisschwierigkeiten). Bane (Tom Hardy) ist für mich auch gleichzeitig das Sehenswerteste an TDKR. Eine Legendenbildung funktioniert eben dann am effektivsten, wenn der Widersacher übermächtig erscheint. Seinen Charakter empfand ich in jedem Fall interessanter als den des gefallenen & wieder auferstehenden Helden. Erst recht bei latenter Leidenschaftslosigkeit des Letztgenannten ... the legends ends ... folgerichtig und vorhersehbar ambiguos. Heimkinosichtung bitte gerne.

Freitag, 4. Januar 2013

The Hunger Games (Kino) | 14. April 2012

US — 2012 | Regie: Gary Ross (...)

The Hunger Games Poster (US)Schnell noch ein paar hoffnungslos verspätete Zeilen, bevor Ende dieses Jahres die Verfilmung des zweiten Teils der dystopischen Trilogie für "Junge Erwachsene" der Amerikanerin Suzanne Collins anläuft. Ich habe in der Zwischenzeit sowohl den Film im Original gesehen wie auch die Bücher gelesen. Ich denke, dass da eine nicht nur technisch sehr gute Adaption gelungen ist, auch wenn mir nach der Erstsichtung im Kino einige wenige Motivationen der Protagonisten auf den ersten Blick unverständlich waren. Der politisch-soziale Kontext, geerdete Charaktere oder ein maßvoller Einsatz von Sci-Fi-Elementen unterscheiden das Ganze meiner Meinung nach äußerst positiv von Vielem, was sonst so in der Hauptsache für die Zielgruppe Young Adult verwurstet wird. Jennifer Lawrence, auf deren Figur der Fokus liegt, trägt Die Tribute von Panem auf überzeugende & starke Art. Klasse. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung(en). Wenn die Rasanz der Bücher adäquat eingefangen werden kann, sollte es auf gar keinen Fall langweilig werden.